Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet in Deutschland mit großen Schritten voran. Bis Ende 2025 sollen über eine Milliarde digitale Rezepte eingelöst werden, und das elektronische Rezept (E-Rezept) wurde bereits 2024 flächendeckend eingeführt. Heute ist es der Standard in der Gesundheitsversorgung, wie die gematik bestätigt. Millionen E-Rezepte werden täglich über die Telematikinfrastruktur (TI) abgewickelt, und fast alle ambulanten Einrichtungen haben den digitalen Wandel aktiv angenommen. Der Deutsche Apothekerverband (ABDA) hebt hervor, dass das E-Rezept die Grundlage der Gesundheitsversorgung bildet.
Die Digitalisierung bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, insbesondere in Bezug auf die Cybersicherheit. Bundesbehörden haben die veraltete RSA 2048-Verschlüsselung als unzureichend für den Schutz von Gesundheitsdaten eingestuft. Daher ist für die erste Aprilwoche 2026 der Wechsel zur Elliptic Curve Cryptography (ECC) geplant. In diesem Zusammenhang warnt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vor möglichen Folgen, da viele elektronische Heilberufsausweise (eHBA) und Praxisausweise (SMC-B) unbrauchbar werden könnten. Die KBV verhandelt derzeit mit der Bundesnetzagentur über Übergangsfristen bis Mitte 2026, um einen digitalen Stillstand zu verhindern.
Die Vernetzung im Gesundheitswesen
Ein weiterer wichtiger Schritt in der Digitalisierung ist die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA), die ab 2025 allen gesetzlich Versicherten zur Verfügung stehen soll, sofern sie nicht widersprechen. Einige private Krankenversicherungen haben bereits ähnliche Angebote. Gesundheits-Apps zur Unterstützung der Behandlung sind ebenfalls auf Rezept erhältlich, und telemedizinische Lösungen können Arztbesuche zunehmend ersetzen. Die Telematikinfrastruktur ermöglicht den sicheren Austausch von Informationen zwischen Praxen, Krankenhäusern und Apotheken, was die Vernetzung aller Beteiligten im Gesundheitswesen fördert.
Die gesetzgeberischen Rahmenbedingungen unterstützen diesen digitalen Wandel. Wichtige Gesetze wie das E-Health-Gesetz, das Digitale-Versorgung-Gesetz und das Patientendaten-Schutz-Gesetz regeln die Nutzung digitaler Angebote wie die ePA und das E-Rezept. In Zukunft wird das E-T-Rezept für teratogene Wirkstoffe wie Thalidomid eingeführt, um Sicherheitsprüfungen zu automatisieren. Zudem wird das Brückenverfahren CardLink durch Proof of Patient Presence (PoPP) abgelöst, um die Identitätsprüfung bei Fernabschlüssen zu verbessern.
Sicherheitsherausforderungen und Lösungen
Die Cybersicherheit bleibt ein zentrales Anliegen während der Digitalisierung. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) spielt eine entscheidende Rolle in der Gestaltung der Informationssicherheit durch Prävention, Detektion und Reaktion. Die Herausforderungen im Gesundheitswesen im Jahr 2024 umfassen die Entwicklung einer sicheren, datenschutzfreundlichen elektronischen Patientenakte und die Zunahme von Angriffen auf digitale Infrastrukturen. Das BSI beteiligt sich an großen Digitalisierungsprojekten, darunter die Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte und das Notfalldatenmanagement.
Die enge Zusammenarbeit des BSI mit Partnern wie der gematik, dem Bundesministerium für Gesundheit und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ist entscheidend, um die digitale Transformation im Gesundheitswesen voranzutreiben. Mit dem IT-Sicherheitsgesetz von 2015 hat das BSI die Aufsicht über kritische Infrastrukturen im Gesundheitswesen erhalten, was den Schutz essenzieller Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pharmahersteller stärkt.
Die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland ist auf einem vielversprechenden Weg, birgt jedoch auch Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Die Integration von Heil- und Hilfsmitteln sowie häuslicher Krankenpflege in das E-Rezept-System, geplant für 2027, könnte eine weitere Verbesserung der Gesundheitsversorgung darstellen. Deutschland ist auf einem guten Kurs, um die Gesundheitsversorgung durch digitale Lösungen zu revolutionieren, jedoch bleibt die Cybersicherheit eine große Herausforderung. Weitere Informationen zu den Entwicklungen im Bereich eHealth sind auf den offiziellen Seiten des BSI und der gematik zu finden. Für eine detaillierte Betrachtung der digitalen Gesundheitswende in Deutschland empfehlen wir auch die Quellen: Ad-Hoc News, Bundesgesundheitsministerium und BSI.