Die Strukturwandelregion Mitteldeutsches Revier in Sachsen-Anhalt rückt in den Fokus der digitalen Gesundheitsversorgung. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Innovationsregion für die digitale Transformation von Pflege und Gesundheitsversorgung“ (TPG) wird die Region bis 2033 mit rund 140 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Unter der Leitung von Prof. Dr. Patrick Jahn zielt dieses Projekt darauf ab, die Gesundheitsversorgung zu verbessern und pflegende Angehörige zu entlasten, indem digitale Lösungen zur Bewahrung der Selbstständigkeit im Alter und zur Prävention von Pflegebedürftigkeit entwickelt werden. Dies berichtet die Webseite des Ministeriums für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung von Sachsen-Anhalt.

Im Kontext des demografischen Wandels, der zu einer steigenden Zahl an Pflegebedürftigen und einer sinkenden Zahl an Pflegekräften führt, ist der TPG besonders relevant. Die Prognose zu Pflegebedürftigen in Deutschland zeigt, dass bis 2050 mehr als 12 Millionen Menschen betroffen sein werden, während bis 2035 eine Versorgungslücke von über 500.000 Pflegekräften erwartet wird. In Sachsen-Anhalt liegt der Anteil der über 65-Jährigen bereits bei bis zu 32 Prozent. Diese Trends machen die Entwicklung innovativer Ansätze in der Gesundheitsversorgung umso dringlicher.

Interdisziplinäres Innovationsökosystem

Der TPG wird ein interdisziplinäres Innovationsökosystem etablieren, das Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft vereint. Dabei setzen die beteiligten Landkreise spezifische Schwerpunkte: In Anhalt-Bitterfeld liegt der Fokus auf personalisierter Pflege und Internet-of-Care-Things (IoCT), während der Burgenlandkreis das XR-Metaverse für die Pflege erforscht. Halle und der Saalekreis konzentrieren sich auf digitale assistive Technologien und Robotik, und Mansfeld-Südharz entwickelt Telepflege-Lösungen. Insgesamt sind etwa 85 Projekte in verschiedenen Forschungsfeldern geplant, die sich von der Automatisierung über KI-gestützte Systeme bis hin zu innovativen Ansätzen in der Telemedizin erstrecken.

Die Gesundheitsministerin von Sachsen-Anhalt, Petra Grimm-Benne, hebt hervor, wie wichtig die TPG für die künftige Versorgung ist. Auch Dr. Karl Eugen Huthmacher vom BMBF betont die Notwendigkeit, die Pflege und die Versorgungssicherheit durch die Implementierung digitaler Lösungen zu verbessern. Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann bezeichnet TPG als ein Leuchtturmprojekt, das die Innovationsfähigkeit der regionalen Wirtschaft fördert und den Strukturwandel aktiv gestaltet.

Innovative Lösungen für die Pflege

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen zielt darauf ab, analoge Informationen in digitale Formate zu übertragen und so Kosten zu reduzieren. Daher sind auch im TPG KI-gestützte Technologien geplant, die Entscheidungshilfen für Pflegekräfte und medizinisches Personal bieten sollen. Die Erfahrungen aus der Covid-19-Pandemie haben die Erwartungen an digitale Gesundheitsversorgung erheblich gesteigert. Zahlreiche digitale Ansätze, darunter eHealth, tHealth, mHealth und pHealth, erweitern die Möglichkeiten der Versorgung und fördern eine bessere Vernetzung unter den Akteuren im Gesundheitssektor.

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Zum Aufbau der Innovationsregion TPG werden ab 2024 fünf neu geschaffene Innovationsbüros in Süd-Sachsen-Anhalt Unterstützung leisten. Diese Büros werden den Innovationsprozess vor Ort fördern und die lokale Bevölkerung durch Maker Labs und Education Labs in die Technologieentwicklung einbinden. Der Austausch von Gesundheitsdaten wird durch das Care:ecoHUB optimiert, was eine Grundlage für die Entwicklung neuer IT-Lösungen schafft.

Insgesamt ist die TPG ein zukunftsweisendes Projekt für Sachsen-Anhalt, das nicht nur die digitale Transformation der Gesundheitsversorgung vorantreibt, sondern auch dazu beiträgt, die Herausforderungen des demografischen Wandels aktiv anzugehen. Mit dem Ziel, die Teilhabe und Selbstbestimmung älterer Menschen zu stärken, schafft TPG die Voraussetzungen für eine moderne und bedürfnisgerechte Gesundheitsversorgung.