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Heute ist der 23.02.2026. Die wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands von China ist ein Thema, das in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. China ist nicht nur Deutschlands größter Handelspartner, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle in der globalen Lieferkette. Viele deutsche Bürger, 53 Prozent der Bundesbürger, befürworten daher Schritte zur Reduzierung dieser Abhängigkeit, während 42 Prozent dagegen sind. Diese Zahlen stammen aus einer Umfrage von Forsa, die im Zeitraum vom 4. bis 5. Februar 2026 durchgeführt wurde.

Besonders interessant ist die regionale und demografische Verteilung der Meinungen zu diesem Thema. Im Osten Deutschlands befürworten 49 Prozent eine Reduzierung, während 44 Prozent dagegen sind. Frauen unterstützen eine Verringerung der Abhängigkeit stärker (56 Prozent dafür, 37 Prozent dagegen) als Männer (50 Prozent dafür, 47 Prozent dagegen). Bei jüngeren Menschen, insbesondere den 18- bis 29-Jährigen, ist die Meinung jedoch geteilt: 46 Prozent sind für eine Verringerung, 49 Prozent dagegen. In der Altersgruppe der 60-Jährigen und älteren Bürger sind 59 Prozent für eine Verringerung, was ein deutliches Zeichen für die Sorgen dieser Generation darstellt.

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Wirtschaftliche Dimensionen und Herausforderungen

Die komplexen Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und China zeigen sich auch in den Zahlen: Im Jahr 2024 betrug das Handelsvolumen rund 246,1 Milliarden Euro. Deutschland importiert dabei deutlich mehr aus China, als es dorthin exportiert. Dies führt zu einem wachsenden Handelsdefizit, das 2025 um etwa 90 Milliarden Euro anstieg, was eine Steigerung von rund einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Kritiker bemängeln, dass die deutsche Wirtschaft nicht genug unternehme, um die Abhängigkeit von China zu verringern, und dass viele Unternehmen trotz der Risiken ihre Investitionen in China stabil halten oder ausbauen möchten.

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Eine Umfrage unter Dax-Unternehmen zeigt, dass nur sechs von 40 Unternehmen aktiv anstreben, ihre Abhängigkeit von China zu verringern. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen äußerte sich überhaupt nicht zu ihrer Strategie. Besonders betroffen sind Branchen wie die Automobilindustrie, der Maschinenbau, die Chemie- und Elektrotechnik. Die Munk Group aus Günzburg ist ein Beispiel für ein Unternehmen, das alle Teile für seine Produkte auf europäische Quellen umgestellt hat, nachdem es vor der Corona-Pandemie stark von chinesischen Bauteilen abhängig war.

Politische und strategische Aspekte

Die politische Unsicherheit und das mangelnde Vertrauen in China sind wesentliche Gründe für solche Umstellungen. Die EU arbeitet an neuen Handelsabkommen, um die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Deutsche Unternehmen klagen über unfaire Wettbewerbsbedingungen und einen zunehmenden Konkurrenzdruck durch chinesische Anbieter. Importiert werden aus China elektronische Geräte, Batterien, Maschinen, Textilien und chemische Erzeugnisse, während Deutschland vor allem Fahrzeuge, Maschinen und chemische Produkte exportiert.

Die Abhängigkeit birgt Risiken, die durch Diversifizierung verringert werden sollen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) arbeitet an Strategien zur Minimierung dieser Abhängigkeit. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen, dass es an Alternativen zu chinesischen Lieferketten mangelt, was die Kosten für deutsche Unternehmen erhöhen würde. Der Streit um den Halbleiterhersteller Nexperia hat bereits zu Produktionsengpässen in der europäischen Autoindustrie geführt.

Insgesamt bleibt die Frage, wie Deutschland seine wirtschaftlichen Beziehungen zu China gestalten will. Es ist klar, dass eine Balance zwischen der Aufrechterhaltung profitabler Handelsbeziehungen und der Sicherstellung strategischer Unabhängigkeit gefunden werden muss. Die Entwicklungen in den deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen haben auch Auswirkungen auf andere europäische Länder, die enge wirtschaftliche Verbindungen zu Deutschland pflegen, wie zum Beispiel Österreich.

Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die umfassenden Analysen unter diesem Link sowie unter diesem Link und diesem Link nachlesen.