Heute ist der 20.02.2026. Der globale Handel erlebt derzeit bemerkenswerte Verschiebungen, die auch die deutsche Außenhandelsbilanz stark beeinflussen. Ein besonders prägnantes Beispiel für diese Veränderungen ist die Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und China. Laut einer aktuellen Analyse hat China die USA im Jahr 2025 als wichtigsten Handelspartner Deutschlands abgelöst, mit einem beeindruckenden Handelsvolumen von 251,8 Milliarden Euro. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die USA der größte Abnehmer deutscher Exportwaren, auch wenn die Exporte dorthin um mehr als 9 Prozent auf 146,2 Milliarden Euro gesunken sind, während die US-Exporte nach Deutschland um 2,7 Prozent auf 240,5 Milliarden Euro gestiegen sind.
Die Zahlen zeigen, dass der Warenhandel mit China im Jahr 2025 um 2,1 Prozent gestiegen ist, während der Handel mit den USA um 5,0 Prozent abgenommen hat. Dies könnte auf die zunehmenden Handelsschranken und die damit verbundenen Herausforderungen für die deutsche Exportwirtschaft hinweisen. Vor allem die Zölle, die von US-Präsident Trump verhängt wurden, und die unfairen Wettbewerbsbedingungen durch subventionierte chinesische Hersteller setzen die deutschen Unternehmen unter Druck.
Wachsendes Handelsdefizit mit China
Die Importe aus China haben um 8,8 Prozent zugenommen und erreichen 170,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig sind die Exporte nach China um 9,7 Prozent auf 81,3 Milliarden Euro zurückgegangen, was ein Handelsdefizit von 89,3 Milliarden Euro zur Folge hat. Dieses Defizit ist ein besorgniserregendes Signal für die deutsche Wirtschaft und wird von Experten wie Dirk Jundra, dem Präsidenten des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), als Alarmzeichen gewertet. Jundra fordert breitere Lieferketten und neue Märkte, um die Abhängigkeit von China zu reduzieren.
Die wichtigsten Importgüter aus China sind Elektronik, Optik und Maschinen, während die deutschen Exporte in die USA stark von Kraftwagen und Kraftwagenteilen geprägt sind. Hier ist ein Rückgang von 17,8 Prozent zu verzeichnen, was die Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen weiter verstärkt. Die Industrievertreter fordern faire Bedingungen in China, insbesondere in Bezug auf Subventionen und öffentliche Aufträge, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Politische Reaktionen und wirtschaftliche Auswirkungen
Bundeskanzler Friedrich Merz plant eine Reise nach China, um die Interessen der deutschen Wirtschaft zu vertreten und die Forderungen der Industrie zu unterstützen. Diese Reise könnte entscheidend sein, um die Rahmenbedingungen für den Handel mit China zu verbessern. Der Maschinenbauverband VDMA hat bereits eine Wunschliste an Merz übergeben, die unter anderem den Abbau von Subventionen und die Gleichbehandlung bei öffentlichen Aufträgen umfasst. Zudem wird ein Ende der Exportkontrollen für seltene Erden gefordert, um den Zugang zu wichtigen Ressourcen zu sichern.
Der starke Euro, der über 1,20 US-Dollar notiert, belastet zusätzlich die deutschen Exporte. Die Gesamtwerte für Exporte und Importe im Jahr 2025 zeigen einen Exportüberschuss von 200,5 Milliarden Euro, was einen Rückgang von mehr als 40 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die öffentliche Hand und die EU-Kommission unterstützen die Binnenwirtschaft mit Investitionen, um den Aufschwung in Deutschland zu fördern, der auch vom privaten Konsum abhängt.
Insgesamt zeigt sich, dass die deutschen Handelsbeziehungen sich dynamisch entwickeln und sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringen. Die Zahlen belegen, dass Deutschland auf verschiedene Märkte angewiesen ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben und sich nicht nur auf eine Region zu konzentrieren. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Weichen für die Zukunft des deutschen Außenhandels zu stellen.
Weitere Informationen finden Sie in den originalen Berichten: Tagesschau, Tagesspiegel, und Destatis.