Am 11. März 2026 unterzeichneten der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer, und der südafrikanische Politiker John Steenhuisen in Kapstadt eine gemeinsame Absichtserklärung zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche (MKS). Diese Vereinbarung zielt darauf ab, den fachlichen Austausch zwischen Deutschland und Südafrika zu intensivieren, insbesondere zur Bekämpfung und Prävention dieser gefährlichen Tierseuche. Die Unterzeichner betonten die Notwendigkeit, die Betriebe im Bereich Biosicherheit zu unterstützen und praktikable Monitoringsysteme für Wildtierbestände zu entwickeln. Zudem soll die Forschung und Entwicklung, insbesondere in der Diagnostik von MKS-infizierten Tieren, gefördert werden. Der Hintergrund dieser Vereinbarung ist alarmierend: Südafrika erlebt derzeit einen der schwersten Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche in seiner Geschichte, was von der Regierung als nationale Katastrophe eingestuft wird.

Die Seuche hat sich in nahezu allen Provinzen Südafrikas ausgebreitet, wobei Gauteng und KwaZulu-Natal am schwersten betroffen sind. Hunderttausende Tiere sind erkrankt oder stehen unter Beobachtung, während Quarantänemaßnahmen auf Bauernhöfen verhängt wurden. Dies hat zur Folge, dass Tiertransporte gestoppt und Vieh-Auktionen abgesagt wurden. Ganze Herden mussten aufgrund der Erkrankung geschlachtet werden. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind gravierend, da die Milch- und Fleischproduktion in Südafrika einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro jährlich generiert. Angesichts von etwa 14 Millionen Rindern auf den südafrikanischen Weiden ist die Lage äußerst angespannt. Die Preise für Milch und Fleisch sind in den letzten Wochen bereits gestiegen, und Landwirte warnen vor drohenden Jobverlusten und weiteren Preiserhöhungen.

Die Herausforderungen der Maul- und Klauenseuche

Die Maul- und Klauenseuche ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die nicht nur Rinder, sondern auch andere Klauentiere wie Schafe, Ziegen und Schweine befällt. Erste Ausbrüche wurden bereits im August 2023 gemeldet, als die südafrikanische Landwirtschaftsministerin Thoko Didiza ein landesweites Verbot der Verbringung von Rindern für 21 Tage verhängte. In den darauf folgenden Monaten wurden in sechs der neun Provinzen insgesamt 127 Fälle registriert. Die Symptome der Krankheit zeigen sich durch Blasen und Geschwüre an Mund, Füßen und Zitzen der Tiere, was zu erheblichen Produktionsverlusten führt. Experten schätzen, dass die Krankheit eingedämmt werden kann, wenn die Rinder schnell immunisiert und Quarantäneprogramme strikt eingehalten werden.

Aktuell plant die Regierung, den gesamten Rinderbestand gegen die Seuche zu immunisieren, benötigt dafür jedoch rund 28 Millionen Impfdosen. Während die heimische Impfstoffproduktion nach 20 Jahren Pause Anfang des Jahres wieder begonnen hat, muss die Mehrheit der Impfstoffe weiterhin importiert werden, unter anderem aus Botswana, Argentinien oder der Türkei. Agrar-Ökonom Wandile Sihlobo äußert sich optimistisch über die Fortschritte, auch wenn die Abhängigkeit von Importen eine Herausforderung darstellt. Die Kontrolle von Tierkrankheiten ist nicht nur die Verantwortung der Regierung; auch Landwirte sind gesetzlich verpflichtet, die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Kleinbauern sind oft nicht ausreichend informiert oder ausgestattet, um kranke Tiere frühzeitig zu identifizieren und zu melden.

Deutschland als Partner im Kampf gegen MKS

Die unterzeichnete Absichtserklärung zwischen Deutschland und Südafrika wird als bedeutender Schritt angesehen, um die vertiefte Kooperation in Handelsfragen und Veterinärverhandlungen, insbesondere im Bereich der Schweinefleisch-Exporte, voranzutreiben. Deutschland hat bereits Maßnahmen ergriffen, um eine Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche zu verhindern, nachdem der Status „MKS-frei ohne Impfung“ von der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) wieder zuerkannt wurde. Dies führte zur Aufhebung von Importbeschränkungen durch mehrere Staaten, darunter Kanada und die USA. Südafrika stellt einen wichtigen strategischen Partner für Deutschland dar und ist der größte Absatzmarkt für deutsche Agrarprodukte in Afrika.

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Die Herausforderungen, die die Maul- und Klauenseuche mit sich bringt, erfordern entschlossene Maßnahmen und eine enge Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Ländern. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Ausbreitung der Seuche einzudämmen und die Landwirtschaft in Südafrika nachhaltig zu unterstützen. Die Vereinbarung zwischen Deutschland und Südafrika bietet die Möglichkeit, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten und damit die Sicherheit und Gesundheit der Tierbestände zu gewährleisten.