Heute ist der 17.02.2026. In der deutschen Wirtschaft hat sich die Stimmung leicht aufgehellt. Laut einer Umfrage bei rund 26.000 Unternehmen hat der Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) die Konjunkturprognosen für 2023 auf ein Wachstum von 1,0 % angehoben, zuvor lag diese Schätzung bei 0,7 %. Dennoch zögern viele Betriebe weiterhin mit Investitionen, und es ist mehr Stellenabbau als -aufbau geplant. Während die Exportaussichten sich verbessern, zeigt sich, dass 23 % der Firmen höhere Investitionen planen, während 31 % Kürzungen vornehmen wollen. Die DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov kritisiert die langsamen Reformen der Bundesregierung, die entscheidend für die wirtschaftliche Erholung sind.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 2025 um 0,2 % nach zwei Rezessionsjahren, und die Bundesregierung rechnet ebenfalls mit einem Wachstum von 1,0 %, wobei zwei Drittel davon durch staatliche Impulse erwartet werden. Kritiker weisen jedoch auf die hohe Neuverschuldung des Bundes hin. Die größten Geschäftsrisiken sind laut DIHK eine schwache Inlandsnachfrage, gestiegene Arbeitskosten sowie hohe Energie- und Rohstoffpreise. Über drei Millionen Menschen sind arbeitslos gemeldet, und das trotz eines anhaltenden Fachkräftemangels.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Reformbedarf

Der DIHK-Stimmungsindex zeigt mit 95,9 Punkten zwar einen Anstieg, liegt jedoch weiterhin unter dem langjährigen Schnitt von 110 Punkten. Besonders betroffen ist die Industrie, die 2025 rund 124.100 Stellen gestrichen hat. Die Umsätze der Industrieunternehmen sanken um 1,1 %, wobei die Auto-, Papier- und Textilindustrie jeweils etwa 3 % Umsatzeinbußen verzeichnete. Die Zahl der Insolvenzen von Industrieunternehmen erreichte mit 1480 Verfahren den höchsten Stand seit 2013.

Bundesminister Robert Habeck beschreibt die deutsche Wirtschaft zu Beginn 2025 als in einer schwierigen Lage, in der globale Krisen die industrie- und exportorientierte Volkswirtschaft stark getroffen haben. Während die Energiekrise abgewendet und die Inflation zurückgedrängt wurde, bleibt die binnenwirtschaftliche Nachfrage schwach. Die Wachstumsprognose für 2025 wurde auf 0,3 % realen BIP-Anstieg korrigiert, was die Dringlichkeit von Reformen unterstreicht. Ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz wurde eingeführt, um die qualifizierte Einwanderung zu erleichtern, aber es bleibt ein dringender Handlungsbedarf in vielen Bereichen, einschließlich der Bildung und der Dekarbonisierung.

Arbeitsmarkt und soziale Herausforderungen

Im Jahr 2024 erreichte der deutsche Arbeitsmarkt fast 46 Millionen Erwerbstätige. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten, wie der Corona-Krise und dem Ukraine-Krieg, bleibt der Arbeitsmarkt robust. Für 2025 wird jedoch ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf 6,3 % prognostiziert, auch wenn Massenentlassungen und hohe Insolvenzen bisher ausgeblieben sind. Die Anzahl der offenen Stellen sank 2024 auf rund 633.000, und der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen spürbar.

Die Inflation in Deutschland stieg durch den Ukraine-Krieg, 2023 lag sie bei 5,9 %, fiel jedoch 2024 auf 2,2 %. Die Verbraucherpreise werden voraussichtlich um 2,2 % im Jahresdurchschnitt steigen, während die Konsumausgaben der privaten Haushalte 2025 um 2,7 % ansteigen sollen. Der Dienstleistungssektor hat mit 34,8 Millionen Erwerbstätigen den größten Anteil am Arbeitsmarkt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt eine Herausforderung, insbesondere für Frauen, die oft familiäre Aufgaben übernehmen.

In Anbetracht der Herausforderungen und Chancen steht die deutsche Wirtschaft vor einem entscheidenden Wendepunkt. Es bleibt abzuwarten, ob die vorgeschlagenen Reformen und Maßnahmen die notwendige Dynamik bringen, um die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen nachhaltig zu verbessern. Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen, dass ein aktives Handeln und eine klare Strategie unerlässlich sind, um die wirtschaftliche Stabilität und ein nachhaltiges Wachstum zu sichern. Weitere Informationen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen finden Sie in den Berichten des DIHK und dem Bundeswirtschaftsministerium.