Heute ist der 18.02.2026. Die Wirtschaftslage in Deutschland ist prekär und wird von Peter Leibinger, dem Vorsitzenden des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), als die tiefste Krise seiner Laufbahn beschrieben. Die Zahl der Insolvenzen ist im Jahr 2025 auf ein Zehnjahreshoch gestiegen, und die Industrie hat insgesamt 140.000 Arbeitsplätze verloren. Diese alarmierenden Zahlen verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen die deutschen Unternehmen stehen. Besonders betroffen sind die Autobauer, die Marktanteile verlieren, sowie die Chemieindustrie, die weiterhin im Krisenmodus verharrt. Im Vergleich zur Wirtschaftsleistung der EU, die von 2022 bis 2025 jährlich um 0,9 Prozent wuchs, stagnierte das deutsche Wachstum mit nur 0,1 Prozent.

Die Ursachen für diese schwierige Lage sind vielfältig. Eine starke Konkurrenz aus China und die US-Zollpolitik setzen die deutschen Firmen zusätzlich unter Druck. Dennoch gibt es Hoffnung auf Besserung: Ökonom Erik Fossing Nielsen hat Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung identifiziert. Sinkende Energiekosten, günstigere Kredite durch die gelockerte Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und ein Wachstumsimpuls dank des Sondervermögens der Bundesregierung könnten den Wendepunkt markieren. Die Bundesbank prognostiziert für 2026 ein BIP-Wachstum von 0,9 Prozent, während der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Wachstum von 1,1 Prozent im laufenden Jahr erwartet.

Start-ups und Rüstungsindustrie im Aufschwung

Inmitten dieser Krise zeigt sich jedoch auch eine dynamische Entwicklung im Bereich der Unternehmensgründungen. Das Jahr 2025 war mit fast 3.600 Gründungen ein Rekordjahr für Start-ups in Deutschland, wobei die Mehrheit der neuen Unternehmen in den Bereichen Software, Medizin und Nahrungsmittel tätig ist. Die Zunahme neuer Investoren ist ebenfalls bemerkenswert, da fast jeder Zweite im Jahr 2025 erstmals in Start-ups investierte. Jedoch äußert die Ökonomin Philippa Sigl-Glöckner Bedenken über die Auswirkungen vieler konsumentenfokussierter Start-ups auf die Gesamtwirtschaft.

Ein weiterer bemerkenswerter Trend ist der Boom in der Rüstungsindustrie, bedingt durch den Ukraine-Krieg. Die Umsätze der vier größten deutschen Rüstungsunternehmen stiegen 2024 um 36 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro. Unternehmen aus anderen Branchen, wie Motorenbauer Deutz und Automobilzulieferer Schaeffler, wenden sich ebenfalls der Waffenproduktion zu. Diese Entwicklungen werfen Fragen auf, wer letztlich von dieser Aufrüstung profitiert und welche Risiken damit verbunden sind. Es ist ein spannendes, aber auch besorgniserregendes Kapitel der deutschen Wirtschaft, das weitere Aufmerksamkeit benötigt (Quelle).

Forschung und Innovation als Schlüssel

Deutschland verfügt über eine starke Forschungslandschaft, die als Standortvorteil gilt. Im Jahr 2025 wurde es als das beste nicht-englischsprachige Land in internationalen Hochschulrankings eingestuft. Besonders führend ist Deutschland bei Patenten in Bereichen wie Industrie 4.0, Mikroelektronik und Robotik. Dennoch zeigt sich ein Schwäche bei Schlüsseltechnologien wie Batterien, Photonik und Quantentechnologie. Um eine dauerhafte wirtschaftliche Erholung zu erreichen, benötigt Deutschland mehr Unternehmen in zukunftsträchtigen Bereichen. Ökonom Hubertus Bardt hebt hervor, dass Investitionen in die Anwendung von künstlicher Intelligenz in der Industrie große Chancen bieten könnten.

Die aktuelle Krise ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Gelegenheit zur Transformation. Die Notwendigkeit, sich an die veränderten globalen Märkte anzupassen und innovative Lösungen zu finden, könnte der Schlüssel zur Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft sein. Für detaillierte Informationen zu den Insolvenzen und der aktuellen Wirtschaftslage in Deutschland verweisen wir auf den Artikel von Spiegel.