Die deutsche Wirtschaft hat das Jahr 2025 mit einem deutlichen Plus abgeschlossen. Im vierten Quartal stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) saisonbereinigt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Diese Aufwärtsbewegung der wirtschaftlichen Aktivität wurde seit Ende 2024 wieder aufgenommen und ist vor allem durch einen Anstieg des privaten und staatlichen Konsums getragen. Die Industrie- und Bauproduktion verzeichneten ebenfalls signifikante Zuwächse. Trotz dieser positiven Entwicklungen wird jedoch im ersten Quartal 2026 eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung mit schwacher Dynamik erwartet. Die Industrie und Exporte sollen im laufenden Quartal zulegen, jedoch zeigen kurzfristige Aussichten in der Industrie negative Signale bezüglich Produktionsplänen und Kapazitätsauslastung, wie die Bundesbank berichtet.

Die Geschäftslage im verarbeitenden Gewerbe hat sich laut ifo Institut im Januar verbessert, und die Nachfragesituation der Industrieunternehmen zeigt Anzeichen der Aufhellung. Dennoch deutet ein erster Indikator auf einen möglichen Rückgang des privaten Konsums hin. Auf dem Arbeitsmarkt blieb die Lage im Schlussquartal stabil, auch wenn die Erwerbstätigenzahl leicht um 25.000 Personen gesunken ist und die Arbeitslosenquote unverändert bei 6,3 Prozent bleibt. Frühindikatoren deuten jedoch nicht auf eine kurzfristige Verbesserung hin. Der anhaltende Strukturwandel in der Industrie führt zu einem Personalabbau und einem Fachkräftemangel, was durch die hohe Anzahl an Abgängen in Rente aufgrund des Generationenwechsels verstärkt wird.

Fachkräftemangel und zukünftige Herausforderungen

Die Mittelfristprognose des Fachkräftemonitorings, das für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) durchgeführt wird, analysiert Arbeitsmarktströme von Angebot und Bedarf bis 2029. Diese Prognosen zeigen, dass bis 2029 rund 530.000 Fachkräfte fehlen werden, trotz anhaltender Nachfrage im IT- und Gesundheitsbereich. Um dieser Herausforderung zu begegnen, sind gezielte Maßnahmen zur Fachkräftesicherung erforderlich, insbesondere durch die Identifikation ungenutzter Potenziale bei Frauen, Nicht-Deutschen und älteren Arbeitnehmern. Sprachkompetenzen spielen eine entscheidende Rolle bei der Integration von Zugewanderten in den Arbeitsmarkt, was angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland besonders wichtig ist.

Die Bundeswehr könnte als Bildungsträger gestärkt werden, um den Übergang in den zivilen Arbeitsmarkt zu unterstützen. Gleichzeitig wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland sinken, was durch gezielte Einwanderung ausgeglichen werden könnte. Die Herausforderungen des Fachkräftemangels werden durch strukturelle Schwächen, wie den Rückgang der Erwerbspersonen von 51 Millionen auf 48 Millionen bis 2040, weiter verschärft. Dies könnte die Nachfrage nach Fachkräften in den kommenden Jahren weiter anheizen.

Wirtschaftliche Aussichten und Qualifizierungsangebote

Im Kontext der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist der deutsche Arbeitsmarkt im Umbruch. Im September 2025 waren fast drei Millionen Menschen arbeitslos, und Prognosen für 2027 sprechen von einem Defizit von 700.000 Fachkräften. Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im Jahr 2024, und auch für 2025 wird Stagnation erwartet. Viele Unternehmen bauen Stellen ab oder stellen nicht neu ein, während Geschäftsmodelle durch die Klimakrise, internationale Konkurrenz und die Anwendung von Künstlicher Intelligenz in Frage gestellt werden. Neue Arbeitsplätze entstehen zwar in Bereichen wie erneuerbaren Energien, Pflege und Gesundheitswesen, jedoch kompensiert der Stellenzuwachs in diesen neuen Branchen nicht ausreichend den Wegfall in anderen Bereichen.

Die Anforderungen der Arbeitgeber passen oft nicht zu den Profilen der Arbeitssuchenden, was den Fachkräftemangel weiter verschärft. Eine Prognose von fünf Wirtschaftsforschungsinstituten deutet jedoch darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft in den kommenden zwei Jahren wieder an Dynamik gewinnen könnte, mit einem Wachstum von etwa 1,3 Prozent für 2026 und 2027. Diese Wachstumsimpulse werden insbesondere durch die expansive Finanzpolitik des Bundes und schuldenfinanzierte Investitionen unterstützt. Experten empfehlen, gezielte Zuwanderung zu fördern und Qualifizierungsangebote auszubauen, um den Herausforderungen des Fachkräftemangels zu begegnen und gleichzeitig strukturelle Schwächen zu überwinden.