In der Silvesternacht vom 31. Dezember 2024 auf den 1. Januar 2025 kam es in Leipzig zu einer Vielzahl von Einsätzen der Feuerwehr und Polizei. Insgesamt gingen mehr als 600 Notrufe bei der Feuerwehr ein, in denen unter anderem von mehreren Bränden berichtet wurde. Ein erheblicher Einsatz fand in Leipzig-Holzhausen statt, wo eine Garage neben einem Einfamilienhaus gegen 1 Uhr aus ungeklärter Ursache vollständig niederbrannte. Die vor der Garage geparkten Autos wurden beschädigt, jedoch gab es keine Verletzten. Die Höhe des Schadens ist bisher nicht bekannt.

Um 1.10 Uhr wurde die Feuerwehr in die Südvorstadt gerufen, nachdem Mobiliar auf einem Balkon eines Mehrfamilienhauses in der August-Bebel-Straße in Brand geraten war. Der Brand zerstörte das Mobiliar und beschädigte den Fassadenputz sowie die Dämmung des Gebäudes. In angrenzenden Mietbereichen rissen durch die Hitzeeinwirkung die Fensterscheiben. Auch in der Jupiterstraße in Grünau-Nord wurde gegen 23.55 Uhr ein Balkon in Brand gesetzt, und am Dienstagabend musste ein Kellerabteil in der Alten Salzstraße in Grünau-Mitte gelöscht werden. Hier wurde ein 55-jähriger Mann mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung versorgt, während die Schadenshöhe noch unbekannt ist. An den Löscharbeiten waren die Freiwillige Feuerwehr Grünau und die Berufsfeuerwehr Leipzig Südwest beteiligt.

Angriffe auf die Polizei und zusätzliche Einsätze

Parallel zu den Bränden kam es in verschiedenen Stadtteilen Leipzigs, insbesondere in Connewitz und im Südwesten, zu Angriffen auf die Polizei. Unbekannte warfen Gegenstände auf eine Polizeiwache in Connewitz; Verletzte gab es dabei nicht. Gegen Mitternacht versammelten sich etwa 3.000 Menschen am Connewitzer Kreuz, wo eine kleine Gruppe ein Schaufenster eines Einkaufsmarktes beschädigte. Zudem wurden Straßenbarrikaden aus brennenden Mülltonnen errichtet, und Pyrotechnik wurde in Richtung der Einsatzkräfte geworfen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Brände zu löschen. Ein Feuerwerkskörper detonierte unter einem Streifenwagen, der dadurch erheblich beschädigt wurde. Bei den Auseinandersetzungen erlitten zwei Beamtinnen leichte Verletzungen, blieben jedoch dienstfähig.

Am Augustusplatz trafen sich ebenfalls bis zu 3.000 Menschen. Böllerwürfe führten zu Verletzungen bei drei Kindern im Alter von 6, 9 und 12 Jahren sowie einem Erwachsenen. Das elfjährige Kind musste wegen einer Augenverletzung ins Krankenhaus gebracht werden. In der Silvesternacht hatte die Feuerwehr mit insgesamt 190 Einsätzen besonders in Bezug auf Brände und Rettungsdienste zu tun. Zu den Schwerpunkten der Einsätze zählten ein Dachstuhlbrand im Leipziger Osten und ein Kellerbrand in Connewitz. Insgesamt wurden mehr als 20 Straftaten im Stadtgebiet registriert, vorwiegend aufgrund gefährlicher Körperverletzungen und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Die Polizei musste in einigen Fällen „unmittelbaren Zwang“ anwenden, während nicht zugelassene Böller sichergestellt wurden.