Der Chinese BYD, der weltweit größte Hersteller von Plug-in-Elektroautos, hat große Pläne für den deutschen Markt. Bis 2026 möchten sie nicht weniger als 50.000 Fahrzeuge absetzen und damit einen Marktanteil von 5% bei Plug-in-Hybriden sowie 4% bei Elektroautos erreichen. Diese ehrgeizigen Ziele sind Teil einer umfassenden Strategie, die auch den Ausbau des Händlernetzes umfasst: BYD plant, bis Ende 2026 rund 350 Niederlassungen in Deutschland zu eröffnen, um die Sichtbarkeit und den Zugang für potenzielle Käufer zu verbessern.
Mit einer attraktiven Preisoffensive will BYD die Nachfrage ankurbeln. Rabatte von bis zu 28% und eine neue Kaufprämie könnten den Absatz zusätzlich ankurbeln. Ein Beispiel für die Preisstrategie ist der BYD Dolphin Surf, der bereits ab 12.990 Euro angeboten wird. Durch die finanzielle Unterstützung, die Autohäuser erhalten, wenn sie BYD und andere chinesische Marken aufnehmen, könnte dies auch für die Händler von Vorteil sein.
Wachstum und Produktion
Die Markteinführung in Deutschland wird durch die lokale Produktion in Szeged, Ungarn, unterstützt, wo die Serienfertigung im zweiten Quartal 2026 starten soll. BYD hat zudem das Ziel, weitere Fabriken in Europa zu errichten, vorzugsweise in Spanien und der Türkei. Diese Expansion ist nicht nur eine Reaktion auf die steigende Nachfrage, sondern auch ein strategischer Schritt, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern und den europäischen Markt besser bedienen zu können.
Im Jahr 2025 konnte BYD weltweit die meisten elektrifizierten Fahrzeuge verkaufen und hat seinen Fahrzeugabsatz seit 2021 fast verfünffacht. Die Umsätze des Unternehmens lagen 2024 knapp unter 100 Milliarden Euro. Auf dem chinesischen Markt hat BYD die Marktdominanz von Volkswagen gebrochen und spielt nun eine führende Rolle im Bereich der „New Energy Vehicles“ (NEV), die im Jahr 2024 über 40% des Absatzvolumens ausmachten. In China wurden 2024 etwa 7 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und ca. 5 Millionen Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEV) verkauft, was ein Wachstum von 12% bzw. 82% darstellt.
Der Wettbewerb im europäischen Markt
Während BYD in Deutschland und Europa expandiert, zeigt der globale Markt für Elektromobilität stabile Verkaufszahlen, trotz einiger Herausforderungen. Der Absatzmarkt für batterieelektrische Fahrzeuge wuchs um knapp 10% auf rund 11 Millionen verkaufte Fahrzeuge. In Europa hingegen verzeichnete der Gesamtfahrzeugmarkt einen Rückgang von 4%, während die Verkaufszahlen für BEV und PHEV um 6% bzw. 5% sanken. Dies steht im Kontrast zu den Entwicklungen in China, wo staatliche Anreize, Subventionen und eine umfassende Ladeinfrastruktur die Führungsposition Chinas im Bereich E-Mobilität stärken.
Die EU-Kommission hat zwischenzeitlich Mindestpreise und Importquoten eingeführt, die auch Zollausnahmen ermöglichen. Das könnte für chinesische Hersteller wie BYD von Vorteil sein, da sie damit besser auf dem europäischen Markt konkurrieren können. Für die deutsche Automobilindustrie könnte dies sowohl eine Herausforderung als auch eine Gelegenheit darstellen, sich neu zu positionieren.
Insgesamt scheint BYD gut aufgestellt zu sein, um in den kommenden Jahren in Deutschland und Europa durchzustarten. Ob die angekündigten Maßnahmen und die aggressive Preisstrategie ausreichen werden, um die Käufer zu überzeugen und einen signifikanten Marktanteil zu gewinnen, bleibt abzuwarten. Die Automobilbranche steht vor einem spannenden Wandel, und der Ausgang könnte weitreichende Folgen für die Zukunft der Mobilität in Europa haben.