Am 28. Februar 2026 hat Bundeskanzler Friedrich Merz einen bedeutenden Besuch in Peking unternommen, um die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu China zu stärken. Merz, der von einer 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet wird, betont die Wichtigkeit, die Beziehungen zu China nicht nur zu erhalten, sondern auch zu vertiefen. Bei Gesprächen mit Präsident Xi Jinping und Premierminister Li Qiang unterstrich Merz, dass ein intensiver Dialog und die Besuche von Fachministern in den kommenden Monaten geplant sind. Er sieht in der Zusammenarbeit mit China ein großes Potenzial für weiteres wirtschaftliches Wachstum und fordert gleichzeitig faire Wettbewerbsbedingungen für deutsche Unternehmen.
In seinen Äußerungen kritisierte Merz die unberechenbare US-Handelspolitik, die als Belastung für die globale Wirtschaft wahrgenommen wird. Er betonte die Notwendigkeit offener Gesprächskanäle und forderte ein gemeinsames Vorgehen, um den globalen Freihandel zu sichern. Li Qiang, der chinesische Ministerpräsident, sprach von einer stabilen Weiterentwicklung der Beziehungen und dem Bedarf an Multilateralismus. Während des Besuchs wurden fünf Regierungsabkommen unterzeichnet, die unter anderem die Kooperation im Klimaschutz und die Bekämpfung von Tierseuchen umfassen.
Wirtschaftliche Herausforderungen und Chancen
Trotz der positiven Entwicklungen steht Deutschland vor Herausforderungen im Handelsverhältnis mit China. Das Handelsdefizit Deutschlands gegenüber China stieg 2025 auf über 89 Milliarden Euro, während der chinesische Exportüberschuss sich in den letzten fünf Jahren vervierfacht hat. Merz thematisierte die Abhängigkeit deutscher Unternehmen von Rohstoffen aus China und die damit verbundenen Risiken, insbesondere da rund 3% der deutschen Einfuhr als kritisch gelten, vor allem bei Rohstoffen und chemischen Vorprodukten.
Die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern sind komplex. Während China 2025 Deutschlands größtes Lieferland für Wareneinfuhr bleibt, sinken die deutschen Exporte nach China voraussichtlich um 10,6% auf 80,4 Milliarden Euro. Dies könnte dazu führen, dass China auf Rang 6 der größten Abnehmermärkte deutscher Exporte zurückfällt, hinter Italien. Die Prognosen für deutsche Importe aus China deuten auf einen Anstieg von 7,1% im Vergleich zum Vorjahr hin, was auf ein anhaltendes Interesse an chinesischen Produkten hinweist.
Strategische Partnerschaft und Menschenrechte
Merz vermeidet es, China als „systemischen Rivalen“ zu bezeichnen, was von der Vorgängerregierung getan wurde, die das Land als „Partner, Wettbewerber und systemischen Rivalen“ definierte. Dennoch plant Merz, auch Menschenrechtsverletzungen in China anzusprechen, während wirtschaftliche und sicherheitspolitische Themen im Vordergrund stehen. Xi Jinping zeigte sich bereit, die strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern zu vertiefen, was in Anbetracht des Ukraine-Kriegs und der globalen geopolitischen Lage von großer Bedeutung ist.
Die Herausforderungen, vor denen die chinesische Wirtschaft derzeit steht, einschließlich eines stagnierenden privaten Konsums und einer hohen Verschuldung von Staat und Regionalregierungen, könnten sich auf die zukünftigen Handelsbeziehungen auswirken. Forscherin Wan-Hsin Liu hebt hervor, dass der persönliche Austausch während des Besuchs einen wichtigen Aspekt darstellt, um Missverständnisse auszuräumen und gemeinsame Lösungen zu finden. In diesem Kontext ist es wichtig zu erkennen, dass der EU-Markt für chinesische Exporte, insbesondere im Energiewandel, von großer Bedeutung bleibt.
Abschließend lässt sich sagen, dass der Besuch von Merz in China nicht nur wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt, sondern auch die geopolitischen Realitäten und Herausforderungen unserer Zeit reflektiert. In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen ist es entscheidend, dass Deutschland seine Rolle innerhalb der Europäischen Union und auf globaler Ebene weiter festigt, um sowohl wirtschaftliche als auch sicherheitspolitische Interessen zu wahren. Die Quelle bietet weitere Informationen zu den Details des Besuchs und den daraus resultierenden Vereinbarungen: DW, Tagesschau sowie GTAI.