Am 18. März 2025 wird die Elbebrücke in Bad Schandau für einen entscheidenden Belastungstest vorbereitet. Dieser ist für den Zeitraum vom 1. bis 3. April 2025 angesetzt und wird mit einem ferngesteuerten Schwerlastmodul durchgeführt. Ziel dieser Testfahrten ist die Beurteilung der Tragfähigkeit der Brücke, die seit November nach einer Sonderprüfung für jeglichen Verkehr gesperrt ist.
Insgesamt werden während der Tests Lasten von bis zu 50 Tonnen auf die Brücke aufgebracht. Die Testfahrten erfolgen bei langsamer Geschwindigkeit, während installierte Messsysteme umfassende Daten zur Tragfähigkeit liefern. Eine schnelle Beurteilung dieser Tragfähigkeit ist erforderlich, um die Entscheidung über die Wiedereröffnung der Brücke zu treffen. Diese Entscheidung wird voraussichtlich ein bis drei Wochen nach den Tests getroffen, jedoch müssen die Daten zuvor von unabhängigen Prüfingenieuren ausgewertet und bestätigt werden. Für die Durchführung des Tests zeichnet die Firma Marx Krontal GmbH unter der Leitung von Prof. Marx von der Technischen Universität Dresden verantwortlich.
Gesperrte Verkehrswege und Kommunikation
Um die Sicherheit während des Tests zu gewährleisten, wird der Bereich rund um die Brücke weiträumig abgesperrt. Der Verkehr muss über eine Ampelschaltung umgeleitet werden, was die Parkkapazitäten in der Baustelle stark einschränkt. Insbesondere der Parkplatz an der Brückenschleife wird während der Tests nicht nutzbar sein. Aktuelle Informationen werden über den WhatsApp-Kanal „smilsachsen I Brücken-Update“ bereitgestellt und sind auch auf der Website des Landesamts für Straßenbau und Verkehr Sachsen erhältlich.
Die voraussichtlichen Kosten des Tests belaufen sich auf etwa 300.000 Euro. Durch diese Maßnahme wird der Prüfzeitraum um mehrere Monate verkürzt, was der Region eine schnellere Klärung der Situation ermöglicht. Infrastrukturministerin Regina Kraushaar äußert die Hoffnung, dass bei positiven Ergebnissen eine teilweise Verkehrsfreigabe im Mai 2025 möglich sein könnte.
Langfristige Planung und regionale Auswirkungen
Die Sperrung der Elbebrücke stellt eine erhebliche Belastung für die Region dar, da die nächste Elbüberquerung in etwa 20 Kilometer Entfernung in Pirna liegt. Die Planungen für eine Behelfsbrücke laufen parallel, wobei eine Befahrbarkeit frühestens ab 2026 angestrebt wird. Das Deutsche Rote Kreuz Sachsen hat den Brückentest als „Zeichen der Hoffnung“ bezeichnet, da die Situation durch die ungünstige Verteilung der 45 ehrenamtlichen Bergretter in der Sächsischen Schweiz problematisch ist und eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur essenziell für den Einsatz ist.
Autorenangaben von Brückenexperten wie Steffen Marx deuten auf geringe bis moderate Schäden am Brückenstahl hin. Um die Tragfähigkeit der Brücke erfolgreich nachzuweisen, wird die Last auf die Brücke kontinuierlich gesteigert. Bereits zu Jahresbeginn begannen Vermessungen an der Brücke, um den Zustand zu erfassen und weitere Maßnahmen einzuplanen. Die Elbbrücke ist ein wichtiges Verbindungsglied in der Verkehrsinfrastruktur, das Täler, Gewässer und Straßen überquert und Städte miteinander verbindet.