Im Harz, genauer gesagt im ehemaligen Kloster Himmelpforte bei Wernigerode, haben Archäologen bedeutende Funde gemacht. Im Jahr 2024 wurde eine dreischiffige Pfeilerbasilika freigelegt, die mindestens 40 Meter lang ist. Diese Kirche weist eine gotische Bauzier auf und ist mit gut erhaltenen Steinplatten- und Ziegelfußböden ausgestattet. Die Ausgrabungen wurden bis zum 10. Oktober 2024 fortgeführt.
Die Ausgrabungen förderten zudem zwei kunstvoll verzierte Grabplatten aus dem 15. und frühen 16. Jahrhundert zutage. Eine dieser Grabplatten zeigt das Bildnis der Adligen Claudia von Königstedt aus dem Jahr 1520. Weitere Funde umfassen Fragmente von Ofenkacheln, Buchschließen, Glas- und Keramikscherben, Pilgerzeichen, Münzen, bronzene Schreibgriffel sowie Pressblechbeschläge von sakralen Textilien.
Forschungsgeschichte des Klosters
Das Augustiner-Eremitenkloster Himmelpforte wurde im Jahr 1253 von der Familie von Hartesrode gegründet und spielte bis zur Reformation eine wichtige religiöse, kulturelle und wirtschaftliche Rolle. Vom Kloster sind heute nur noch Klosterteiche und wenige Mauerreste erhalten, nachdem es im Jahr 1525 von aufständischen Bauern und Bürgern aus Wernigerode erstürmt und geplündert wurde. Martin Luther hielt sich am 6. August 1516 in diesem Kloster auf.
Die aktuellen archäologischen Untersuchungen, die durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt geleitet werden, sind Teil eines Projekts, das mit rund 540.000 Euro aus Bundesmitteln und 360.000 Euro vom Land Sachsen-Anhalt gefördert wird. Ziel der Untersuchungen ist es, weitere Informationen über die Lage, Gestalt und Baugeschichte des Klosters zu erhalten. Vorläufige Sondagegrabungen im Juli 2023 lieferten bereits aufschlussreiche Befunde, die im Zusammenhang mit den gewaltsamen Ereignissen aus der Reformationszeit stehen, wie archaeologie-online.de berichtete.