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Samstag, 5. April 2025

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Alarmierende Wohnungsnot in Erfurt: Wo bleiben die barrierefreien Wohnungen?

Die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Erfurt ist besorgniserregend. Laut einer Untersuchung des Pestel-Instituts wird erwartet, dass bis 2035 die Baby-Boomer-Generation in Rente geht. Dies wird zu einem signifikanten Anstieg der Rentnerzahlen in der Stadt führen. Aktuell gibt es in Erfurt rund 114.200 Haushalte, wobei 31 Prozent davon Seniorenhaushalte sind. Dies stellt die Stadt vor große Herausforderungen. Der Mangel an geeigneten Wohnräumen ist bereits jetzt spürbar: Etwa 8.200 Wohnungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität fehlen derzeit.

Matthias Günther vom Pestel-Institut warnt vor einer „grauen Wohnungsnot“. Diese Bezeichnung verdeutlicht die prekäre Lage, in der vor allem Senioren mit kleinen Renten betroffen sind. Ein Großteil dieser Personen hat in der Vergangenheit oft Niedriglöhne verdient und sieht sich nun mit steigenden Mieten konfrontiert. Die durchschnittliche Kaltmiete in Erfurt liegt bei rund 6,50 Euro pro Quadratmeter. Erschreckend ist, dass etwa 70 Prozent der Seniorenhaushalte unterhalb dieser Mietgrenze leben, jedoch könnten sich die Bedingungen ändern, wenn die Preise weiter steigen.

Der Bedarf an barrierefreien Wohnungen

Um den Bedürfnissen der alternden Bevölkerung gerecht zu werden, wird bis 2045 ein Bedarf von etwa 10.700 barrierefreien Wohnungen in Erfurt prognostiziert. Diese Wohnungen sind für ein selbstständiges und sicheres Leben von großer Bedeutung, insbesondere für ältere Menschen oder Personen mit Mobilitätseinschränkungen. Deutschlandweit gibt es zurzeit etwa 1,2 Millionen barrierefreie Wohnungen, aber der Bedarf liegt bei rund 3 Millionen. Nur etwa 4 Prozent der pflegebedürftigen Haushalte leben in solchen Wohnungen, was die Dringlichkeit unterstreicht.

Leider haben politische Prioritäten in den letzten Jahren dazu geführt, dass der Fokus häufig auf energetischen Sanierungen und Klimaschutz programmiert wurde, was die notwendige Barrierefreiheit in den Hintergrund drängte. Innovative Konzepte wie Immobilienverrentung könnten dazu beitragen, den barrierefreien Umbau zu finanzieren, ohne dass Eigentümer ihr Zuhause aufgeben müssen. Gesellschaft, Wirtschaft und Politik müssen jedoch gemeinsam agieren, um die wachsende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen, betont degiv.de.

Handlungsnotwendigkeit und mögliche Lösungen

Katharina Metzger, Präsidentin des BDB, fordert, dass der Wohnungsbau in Koalitionsverhandlungen stärker berücksichtigt wird. Es bedarf einer umfassenden Sanierungsoffensive sowie dem Neubau geeigneter Wohnungen, um die Bedürfnisse der älteren Generation zu erfüllen. Der Umbau bestehender Wohnungen kostet durchschnittlich etwa 19.000 Euro, was für viele Vermieter unattraktiv ist. Dennoch stellt der Mangel an barrierefreiem Wohnraum ein höheres Risiko für die betroffenen Senioren dar. Krankheiten und Mobilitätseinschränkungen können dazu führen, dass diese auf Pflegeeinrichtungen angewiesen sind.

Die Stadt Erfurt und die Verantwortlichen sind gefordert, aktiv zu werden. Eine geeignete Wohnraumpolitik ist unerlässlich, um Senioren ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. wohnen-im-alter.de hebt hervor, dass die Auswahl an Wohnformen von betreutem Wohnen bis zu Pflegeeinrichtungen reicht, was in einer alternden Gesellschaft wichtig ist. Letztlich bleibt es abzuwarten, inwieweit die Verantwortlichen auf die aktuellen Entwicklungen reagieren, um die Wohnungsnot in Erfurt zu lindern.

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