In Weimar-Nord wird am 9. April 2025 eine neue Stele zu Ehren des Theologen Dietrich Bonhoeffer enthüllt. Dieser Tag markiert den 80. Jahrestag seiner Hinrichtung im Konzentrationslager Flossenbürg durch das NS-Regime. Die Stele wird auf einem Grundstück nahe der Bonhoefferstraße errichtet, welches zwischen dem ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald, wo Bonhoeffer in seinen letzten Lebenswochen interniert war, und der Stadt Weimar liegt. Dieses Denkmal soll nicht nur an Bonhoeffers Leben und Wirken erinnern, sondern auch als Begegnungsort für Menschen unterschiedlicher Hintergründe dienen. ekmd.de berichtet, dass die Stele aus Kalkstein vom Weimarer Bildhauer Walter Sachs geschaffen wurde und vier Edelstahltafeln mit Botschaften von Bonhoeffer enthält.
Eine der Tafeln wird eine Strophe aus Bonhoeffers Gedicht „Von guten Mächten treu und still umgeben“ präsentieren. Dieses Gedicht verfasste er Ende 1944 während seiner Haft in der Gestapo und übermittelte es seiner Verlobten Maria von Wedemeyer in einem Brief. Der Standort und das Denkmal sollen nicht lediglich den historischen Kontext widerspiegeln, sondern auch den Dialog über Glaube, Freiheit und Verantwortung anregen.
Ein Leben im Widerstand
Dietrich Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906 in Breslau in eine akademische Familie geboren; sein Vater war Professor für Psychiatrie. Von 1923 bis 1927 studierte er Theologie in Tübingen und Berlin. Bereits 1928 übernahm er eine Kuratstelle in Barcelona, gefolgt von einem einjährigen Aufenthalt in New York im Jahr 1930, wo er Gastvorlesungen hielt und die schwierige politische Lage in Deutschland beobachtete. Bonhoeffer kehrte vorzeitig nach Deutschland zurück, um die Herausforderungen seiner Zeit mit seinen Mitbürgern zu teilen, da er die Notwendigkeit erkannte, die Prüfungen dieser Zeit gemeinsam zu durchleben, um an der Wiederherstellung des christlichen Lebens nach dem Krieg mitwirken zu können. buchenwald.de erläutert, dass Bonhoeffer 1935 zum Direktor des Predigerseminars der Bekennenden Kirche in Finkenwalde ernannt wurde. Nachdem ihm 1936 das Lehren untersagt worden war, erlebte er eine enge Verknüpfung mit Widerstandsaktivitäten und war 1940 in den Militärnachrichtendienst (Abwehr) eingezogen.
Seine Aufgaben umfassten die Kommunikation von Informationen über Widerstandshandlungen an die Alliierten. Bonhoeffer war tief in die Pläne für einen Putsch gegen das nationalsozialistische Regime involviert. Trotz der drohenden Gefahr blieb er aktiv und setzte sich für die Ideale des christlichen Glaubens und die Freiheit seiner Mitmenschen ein. Als Teil der Widerstandsgruppe um General Ludwig Beck und General Hans Oster arbeitete er daran, Informationen über Coup-Pläne zu verbreiten.
Ein Zeichen für die Zukunft
Die Initiative zur Errichtung der Stele fußt auf dem Wunsch, Bonhoeffers Botschaft für zukünftige Generationen lebendig zu halten. Das Grundstück für das Denkmal wurde freundlicherweise von der Stiftung Wohnen Plus in Weimar zur Verfügung gestellt. Mit der Stele soll nicht nur Bonhoeffers Erbe gewürdigt, sondern auch eine Plattform für den Austausch über ethische und moralische Werte geschaffen werden. Dies ist besonders wichtig in einer Zeit, in der die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit für die Gestaltung einer besseren Zukunft unerlässlich ist.
Durch solche Denkmale wird das Erinnern wachgehalten, und es wird eine Verbindung zur heutigen Realität hergestellt. Die Enthüllung am 9. April 2025 wird daher ein bedeutsames Ereignis in Weimar darstellen, das nicht nur die Erinnerung an Dietrich Bonhoeffer ehrt, sondern auch ein Zeichen für die Werte des Friedens und der Gerechtigkeit setzt.